Transsexuelle und Angehörige Forum

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 Anne wird Tom. Klaus wird Lara. Transidentität/Transsexualität verstehen



0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

17.Feb 2014, 10:54
Gelesen 2818 mal

Claudia

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Udo Rauchfleisch

Anne wird Tom. Klaus wird Lara. Transidentität/Transsexualität verstehen. Patmos, Ostfildern 2013

17.Feb 2014, 15:27
Antwort #1

Vanessa

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Wer von "transident" ist, der ist schlicht und ergreifend kein "Fachleut", denn die halten sich an Diagnostik und momentan korrekte Terminologie. Oder rede ich etwa als Biologin von Raspelzähnern, nur, weil einige Ekel vor Ratten haben und deshalb das Wort Nagetier negativ belegt ist?

Soweit zu den "Fachleut". Was die Betroffenen angeht, kann ich nur wiederholen, was ich immer sage: Wem Rumjammern wichtiger ist, als einfach den neuen Körper fertig zu kriegen, der tickt nicht sauber und hat unter der Diagnose leidensdrucktechnisch auch nichts zu suchen. Und wie unbeliebt mich diese Wahrheit macht, interessiert mich nicht. Zumal ja behauptet wird, dass da wer innerlich ganz normal Frau ist... Wo bitte ist dann das Problem dabei, für körperliches Passing zu sorgen, wenn das Innere doch angeblich eh so aussieht?

Krankheitsname, Definition und Änderungsweg zielen ganz deutlich auf den Körper. Der wird geändert, und mit wachsendem Passing geht das mit Pronomen und Fremdwahrnehmung von ganz alleine, wogegen das ganze Identitätsgesülze nichts ändert. Der Mensch ist nun einmal klar sexualdimorph und unterscheidet sich geschlechtsspezifisch in Größe, Form, Gesicht und Stimme (genau daher kommt doch der Leidensdruck!) und jeder Gegenüber ist demnach evolutiv so gepolt, dass er durch Optik und Akustik binnen 1/10 Sekunde einschätzen kann, ob er Mann oder Frau vor sich hat. Was nichts mit Intoleranz zu tun hat, sondern mit 50 Millionen Jahren Primatenevolution. Will das Innere also dem optischen Irrtum entrinnen, muss es genau diesen optischen Irrtum in optische Stimmigkeit überführen. So und nicht anders besiegt man diesen Geburtsdefekt. Und ich bin da nicht anders, als Otto Durschnitt da draußen: Wer von mir als Frau / Mann erkannt werden will, der hat meinen Ohren und Augen gefälligst zu helfen, das ich das so erkenne. Oder soll ich jetzt alle Männer da draußen stets mit Frau anreden, nur für den Fall, dass da eine passingfaule Transfrau dabei ist?!?

Jetzt erst wieder erlebt: Da geht wer den transsexuellen Änderungsweg, redet aber von transident, definiert den Körper als klar falsch, und vergisst dabei scheinbar die körperliche Änderung soweit, dass man das nicht erkennen oder hören kann. Man muss sich nicht zwingend schminken, nicht lange Haare haben, genau genommen muss man gar nichts. Wenn Unwissende da draußen einen dann aber als "er" erkennen, darf man sich nicht wundern. Dann sollte man mal an Optik und Stimme arbeiten. Wenn es dann noch heißt "ist ja egal", kann es mit dem Leidensdruck ja nicht so wahnsinnig schlimm sein...
transsexuell
15.09.2009 Beginn Psychotherapie (Santura)
24.09.2009 Rhinoseptumplastik (Dr. Bromba)
18.12.2009 erster ganzer Tag als Mädel
06.05.2010 Start Hormontherapie (Dr. Lederbogen)
28.05.2011 echte Frisur
03.06.2011 Vorname Vanessa, Personenstand Frau
27.01.2012 Cricothyroideopexie, Chondrolaryngoplastik (Dr. Deitmer)
23.03.2012 Mammaaugmentation (Dr. Bromba)
10.01.2013 Chonburi Flap, Genioplastik (Dr. Suporn, Thailand)
04.05.2013 erster Orgasmus klitoral
11.03.2014 Kommissuren kleine Schamlippen (Dr. Suporn, Thailand)
13.04.2015 erster Orgasmus vaginal

transreligiös
22.08.2017 Austritt aus der Kirche

transnational
-- Sondierungsphase, Fortsetzung folgt --


17.Feb 2014, 16:27
Antwort #2

Claudia

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 Die Sexualität ist nur ein Aspekt von vielen Bereichen der Identität. Wäre das nicht ein Argument dafür, dass es  bei transidenten Menschen aber vor allem um Identität geht?

Zumal bei transidenten Kinder vor der Pubertät auch  eher der Begriff Transidentität gewählt werden könnte. Nun bin ich von der Thematik ja nur indirekt betroffen.

Aber für mich ist das Verwenden des Begriffes Transidentität anstlle von Transsexualität, so wie ihn auch Prof. Rauchfleisch erklärt, durchaus verständlich.

17.Feb 2014, 19:59
Antwort #3

Claudia

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Hallo Vanessa!

Ihr habt mich überzeugt!

Vielen Dank dafür, dass ihr das so anschaulich beschrieben habt.

LG
Claudia

17.Feb 2014, 20:20
Antwort #4

Vanessa

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yep, daher kommt das "sex" im Wort...
sex = Englisch "körperliches Geschlecht"
und bei Transsexualität hat man einen falschen Körper...

Woher kommt das "trans" im Wort?

Medizin ist Wissenschaft und Wissenschaften benutzen eine feste Nomenklatur, um Sachen (wie hier Krankheitsbilder) zu benennen. Solche Nomenklatur folgt genauen Regeln. Kleiner Ausflug in die Nomenklatur der Kohlenwasserstoff-Chemie... :)

Octadecansäure (gesättigte Fettsäure) [deutsch: Stearinsäure]


Abweichungen in dem regulären Einfachbindungsprinzip solcher Moleküle über kovalente Doppelbindungen bewirken, dass sich das Molekül anders knickt oder verkürzt, wobei dies so geschehen kann, dass die Änderung rund um die Doppelbindung in eine Richtung biegt, oder in zwei Richtungen zeigt.

zum Beispiel:

Octadeca-9cis-12cis-diensäure [cis-cis-Linolsäure]

cis, weil vor und hinter der Doppelbindung die Richtung der Abweichung gleich ist

Octadeca-10trans-12cis-diensäure [trans-cis-Linolsäure]

trans, weil vor und hinter der Doppelbindung die Orientierung des Moleküls die Seite wechselt



Was heißt das für den Namen Transsexualität und wieso es so heißt? :)


trans-sexuell : Körper und Identität gehen in unterschiedliche Extremrichtungen:
Körper : Mann, Identität : Frau
Körper : Frau, Identität : Mann

cis-sexuell : Körper und Identität gehen in dieselbe Extremrichtung:
Körper : Mann, Identität : Mann
Körper : Frau, Identität : Frau


"trans-ident" hieße, dass die Identität falsch ist, nicht der Körper
"trans-gender" hieße, dass die Identität (Rolle) falsch ist, nicht der Körper
--> zu operieren wäre also die Identität, der Körper wäre richtig und bleibt


Effektiv kann man die Sache insoweit diskutieren, als dass das körperliche Geschlecht in Woche 3 der Schwangerschaft entschieden wird und die pränatale Identitätsprägung eventuell in Monat 5 oder knapp danach. Demnach war der Körper erst und die Identität könnte man damit als falsch auffassen. Betroffene definieren aber den Körper als falsch ("trans"), und das Krankheitsbild ist so ausgelegt, dass der Körper angeglichen wird. Also "trans"-"sex"-uality.


Transvestit = Kleidungsstil "entgegen" der Geschlechtsnorm
Transsexualität = Sexualidentität "entgegen" dem körperlichen Geschlecht
usw...
Transport = Umlagerung von einem Ort zum anderen Ort
Transparenz = Durchsichtigkeit von einer Seite auf die andere Seite
transsexuell
15.09.2009 Beginn Psychotherapie (Santura)
24.09.2009 Rhinoseptumplastik (Dr. Bromba)
18.12.2009 erster ganzer Tag als Mädel
06.05.2010 Start Hormontherapie (Dr. Lederbogen)
28.05.2011 echte Frisur
03.06.2011 Vorname Vanessa, Personenstand Frau
27.01.2012 Cricothyroideopexie, Chondrolaryngoplastik (Dr. Deitmer)
23.03.2012 Mammaaugmentation (Dr. Bromba)
10.01.2013 Chonburi Flap, Genioplastik (Dr. Suporn, Thailand)
04.05.2013 erster Orgasmus klitoral
11.03.2014 Kommissuren kleine Schamlippen (Dr. Suporn, Thailand)
13.04.2015 erster Orgasmus vaginal

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